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| Geschichte
der Stadt Arnsberg
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Arnsberg hat eine lange und ereignisreiche
Geschichte.
Die ersten Einträge bezüglich Grundbesitzes und Ansiedlungen unter
dem Namen "Arnesberge" finden sich bereits um 800, bezugnehmend auf
noch ältere Einträge des Klosters Werden, heute Essen. Als Herrschaftssitz
der Arnsberger Grafen gewann die Siedlung an Größe und Bedeutung.
Aber erst kurz vor dem Ende der gräflichen Herrschaft erlangt
sie Stadtrecht vom Grafen Gottfried III. |

Freilassungsurkunde von 1238 |
| Viele Einzelheiten der frühen
Stadtgeschichte sind ungeklärt, teilweise widersprechen sich
die historischen Quellen. So ist unsicher, wer die erste Befestigung
auf dem Schlossberg baute. Es soll ein Graf Conrad gewesen sein, diese
erste Befestigung wurde nach ihm Conradsbau genannr. Auch die Existenz
und Lebensdauer einer Schwesterburg hat wenige Spuren hinterlassen.
Nur die spärlichen Mauerreste, die vom Heimatbund restauriert
wurden, künden von ihrem Dasein. |
Schloss Arnsberg
um 1733
nach einem Stich von Metz/Mettely |
Die erste urkundliche Erwähnung einer Burg stammt aus dem Jahr 1114,
als sich 14 freie Familien als Wachzinsige "in predictio castro
Arnsberg", im "erwähnten Schloss Arnsberg" eintragen. Diese erste
Burg, der Conradsbau, wurde nach dem frühen Tod Friedrich des Streitbaren,
Conrads Sohn, im Jahr 1124 von dessen zahlreichen Feinden niedergebrannt
Mit diesem Regenten erstarb die Linie der Werler Grafen als Herrscher
in Arnsberg. Sein Sohn Gottfried II teilte sich die Herrschaft einvernehmlich
mit seinem Bruder Heinrich II.
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| Dessen Sohn Konrad, Graf von Rietberg,
hat die Grafenkapelle errichten lassen, in der lange Jahre die Grafenbegängnisse
stattfanden. Erst ab 1614 wurde es in dieser Kirche zu eng, und man
wich in die Stadtkapelle aus. |
| Als Ort des Femegerichtes ist die
Stadt seit 1174 bekannt , dieses fand mehr oder minder regelmäßig
"in dem Baumhofe unter der Burg an der Oleypforten" statt und machte
die Siedlung zu einer wichtigen Gerichtsstätte. 1437 war hier der
Standort des "Kapitel", wo sich alle Freischöffen trafen und für alle
Freistühle Westfalens gültige Regeln aufstellten, ein zu damaliger
Zeit hochbedeutender Vorgang, etwa so wie der Beschluss des Grundgesetzes
für die Bundesrepublik war. |
Femegerichtsort
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| 1483 wird Arnsberg erstmals als
Sitz des "oberen Freistuhl" erwähnt Die ersten Arnsberger Grafen stammen
aller Wahrscheinlichkeit von einem Adelsgeschlecht ab, das seinen
Stammsitz in der alten Hünenburg bei Meschede hatte. Durch Beerbung
eines gewissen Grafen Rhidag fassten sie gegen Ende des 9.Jhd. im
Werler/Soester Raum Fuß. |
Medaille mit Motiv
der Burgschleifung am 19. April 1762 |
Gottfried regierte 50 Jahre lang und starb
1235 oder 1236. Er war in 2. Ehe verheiratet mit Anna vom Rüdenberge,
auf die sich möglicherweise die Sage von der ledernen Brücke bezieht.
Es war wohl ihre Verwandtschaft auf der sogenannten "Rüdenburg" (s.u.),
die über diese (historisch unbewiesene) Brücke vor Feindesangriffen
gerettet werden sollte. 1237 wurde zum letzten Mal die Grafschaft
geteilt zwischen Gottfried III und seinem Bruder , kurz danach wurde
Arnsberg von Gottfried III zur freien Stadt erklärt. |
Die Urkunde darüber muss beim großen Stadtbrand 1600
verloren gegangen sein.
Gottfried taktierte mit dieser Freilassung gegen das Kölner Erzbistum,
das seinen Einflussbereich stark ausgedehnt hatte und sein Territorium
inzwischen völlig umschloss. Da war es klug, das Reich von innen zu
stärken. |
| Eventuell war der 1. September 1237, der
Tag des Erbvergleiches, gleichzeitig der Tag der Stadtfreiheit, da
viele Persönlichkeiten als Zeugen anwesend waren. Der Graf musste
sich gegen Ende seiner Regierungszeit der Auseinandersetzung mit dem
Kölner Erzbischof Siegfried von Westerburg stellen, der 1278 Neheim
zerstörte und ihm einen teuren Waffenstillstand aufzwang. (1263 hatte
er mit des Erzbischofs Zustimmung Neheim befestigen lassen, Stadtrecht
erhielt Neheim aber erst 1358 durch Gottfried IV). |
Arnsberg um 1669 |
| Gottfrieds Sohn Ludwig war ein friedlicher
Vertreter, der lieber Dörfer gründete (Hagen Sundern, Langscheid und
Wallen sind von ihm initiiert worden) als sich gegen die Kölner zu
wehren. Er kaufte u.a. auch für 300 Mark Wenholthausen zurück. |
| Sein Sohn Wilhelm war ähnlich friedfertig veranlagt;
er gründete z.B. in Litauen auf der Insel Ösel die Stadt Arnsburg,
die den Arnsberger Adler als Stadtwappen trägt. Grevenstein wurde
von ihm zur Stadt erhoben. Wilhelm starb 1338 mit fast 62 Jahren.
Sein Sohn Gottfried IV (wieder ein Gottfried) war der letzte Graf
von Arnsberg und Werl und wieder ruppiger veranlagt als seine Vorfahren.
Er überfiel 1344 die kölnische Grenzfeste Menden und zerstörte sie
im Bund mit dem Grafen Adolf von der Mark, der sich kurz darauf von
ihm abwandte und ihn allein zwischen Erzbistum und Graf Engelbert
von der Mark zurückließ. Das kostete Gottfried die Herrschaft Ardey
und Fredeburg exklusive Schloss. Das wollte Engelbert aber später
auch noch haben, Gottfried es aber nicht hergeben und so eroberte
am 20. August 1366 Engelbert die Stadt Arnsberg und ließ die dortige
Burg zerstören. |

Barocke Inschrift (heute
im Rittersaal, Altes Rathaus):
"Alls mann schreef im Jahre
MCCCLXVIII in allem Frommen
ist die Grafschaft Arnsberg ahn
das Erzstifft Cölln gekommen" |
| Damit hatte er Gottfried zum ewigen Feind, der alles
tat, damit der Märker nicht noch mehr von ihm bekam. Kinderlos, wie
er war, den Neffen, der alles erben sollte, im Krieg verloren, vermachte
er schließlich gegen 130 000 Goldgulden seinen gesamten Besitz dem
Erzbistum Köln. |

Gottfried IV
Grabmal im
Kölner Dom |
Dieser Kaufpreis ist allerdings nicht
sicher belegt, die Summen variieren und sind vielleicht nur zum Schein
festgehalten worden. Am 10. Mai 1369 geht Arnsberg jedenfalls unwiderruflich
in kurköllschen Besitz über. Gottfried und Anna verlassen Arnsberg
kurz darauf und ziehen um nach Brühl, wo Gottfried 1371 stirbt. Das
Grabmal des Grafen im Kölner Dom ist das einzige eines weltlichen
Herrschers in diesen heiligen Hallen. Ob Anna an seiner Seite liegt,
ist unsicher. Sie zog nach Gottfrieds Tod zuerst in die Burg Hachen,
später in die Burg Wildshausen bei Arnsberg. 1377 unterzeichnete
sie noch eine Urkunde, 1392 wird von ihrem Tod als Tatsache berichtet,
nicht aber wann er stattfand und wo sie begraben liegt. |
| Der Abschied des Grafenpaares von Arnsberg muss bewegend
gewesen sein. Eigentlich eher verschwiegen geplant, hatten die Bürger
das Vorhaben schnell spitzgekriegt und verabschiedeten mit den beiden
die altgewohnte Herrschaft, was in damaligen Zeiten einen ganz anderen
Stellenwert einnahm, als man sich heute vorstellen kann. 16 Jahre
Kohl sind nichts gegen fast 300 Jahre gräflicher Familienherrschaft,
zumal diese Herrscher beim Volk beliebt waren als großzügige und fromme
Souveräne. (Anna stiftete das Kloster Himmelpforten, das bei der Möhnekatastrophe
weggeschwemmt wurde.) |
Rekonstruktion der Rüdenburg |
Der gräflichen Burg gegenüber stand die sogenannte "Alte Burg" oder
Rüdenburg derer vom Rüdenberg, eine dem Arnsberger Grafen treu ergebene
Edelfamilie mit weitverzweigter Verwandtschaft in Westfalen. Die Burg
wird 1120 erstmals erwähnt. Das Stammhaus der Familie lag laut Seibertz
bei Rüthen/Möhne, daher der Name Rüdenberg. |
Jüngere Geschichtsschreibung geht allerdings davon aus, dass
die Sauerländer Rüdenberger vom Arnsberger Grafengeschlecht abstammen.
Sie sollen Söhne des Junggrafen Hermann gewesen sein, der 1092 zusammen
mit seinem Vater Konrad I beim Kampf gegen die Friesen starb. Um
ihren genealogischen Ursprung und den Untergang der Familie streiten
die Historiker. Die Burg wurde um 1350 bis 1360 zerstört, vielleicht
im Zusammenhang mit der Fehde Gottfried IV gegen Köln und Markgraf.
Die Legende der "ledernen Brücke" von einer Burg zur anderen fällt
in diese Zeit.
Gottfrieds Vermächtnis:
Das Grafenbegängnis
- 600 Jahre Dankbarkeit
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| Im Laufe der Jahrhunderte war Arnsberg immer ein bedeutender
Platz der Gerichtsbarkeit. Mit dem Femegericht gewann die Stadt überregionale
Bedeutung. Nach dem Niedergang des Grafengeschlechtes war die Stadt
in ihrer Bedeutung allerdings durch ihre Lage am Rande des kurköllnischen
Herrschaftsgebietes zunächst eingeschränkt. Erst 1371 wurde der Erzbischof
Friedrich von Saarwerden von Kaiser Karl mit der Grafschaft Arnsberg
belehnt. Einen Monat später hielt er schon den ersten Lehnstag in
der Stadt ab. Später wurden die Ämter des "Marschall von Westfalen"
und des "Amtmannes der Grafschaft Arnsberg" zusammengelegt. Im Zuge
solcher Entwicklungen wurde Arnsberg nach und nach zur Residenzstadt,
die Burg wurde wieder aufgebaut, später zu einem Schloss erweitert
(1578), unter Erzbischof Clemens August im 18. Jhd. zum Lustschloss
barocken Ausmaßes. |
Clemens-August
Köllner Erzbischof |
| Clemens-August war ein Kirchenfürst mit verschwenderischem
Lebenswandel. Unter seiner Herrschaft blühte Arnsberg auf.
Nach seinem Tod wurde das Schloss im April 1762 von französischen
Truppen zerstört. Die Trümmer sind zum Teil in der alten
Regierung an der Jägerstrasse verbaut worden.
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